Interview mit dem Sportlichen Leiter und Team-Manager der MTG Wangen Arno Uttenweiler

Uttenweiler Portrait(29.01.2019) Arno Uttenweiler hat vor der Saison die Geschicke als Teammanager & sportlicher Leiter bei der MTG Wangen übernommen. Nach einer äußerst erfolgreichen Hinrunde, in der die junge Mannschaft angeführt von ihrem neuen Trainer Gabriel Senciuc, Co-Trainer Sebastian Staudacher und Kapitän Aaron Mayer schnell den Abstiegskampf der Vorsaison vergessen machte und durch erfrischenden Tempohandball begeistert hat, haben wir beim Mann im Hintergrund nachgefragt wie er diese Entwicklung sieht, wie seine momentanen Aufgaben aussehen und was in Zukunft gemacht werden muss um den erfolgreichen Weg der MTG weiter fortzusetzen.

Herr Uttenweiler, wie haben Sie das vergangene halbe Jahr bei der MTG Wangen erlebt?

Die Mannschaft ist total Handball verrückt, hat eine gnadenlose Disziplin, geprägt mit einem guten Ehrgeiz, sowie enorm viel Handballsachverstand. Also alle Eigenschaften, welche ich zumindest so in dieser Perfektion in meinen 15 Jahren als Trainer noch nie so vorgefunden habe. Hier wird deutlich wie gut in der MTG in den letzten Jahren gearbeitet wurde. Dies hat mir in meiner Arbeit natürlich sehr geholfen und es hat von Anfang an total Spaß gemacht in diesem Umfeld sich einzubringen. Ebenso haben wir mit unserem Trainer Gabi Senciuc einen Handball Fachmann gefunden, welcher perfekt zu den Jungs passt. Mit seinem abwechslungsreichen Training, den sehr guten Analysen und seiner individuellen Ansprache hat Gabi gute neue Impulse gesetzt und ein Umfeld geschaffen in dem sich jeder Einzelne Spieler weiter entwickeln kann. Ergebnis bisher sind die nie erwarteten 21 Punkte und ein Platz im oberen Drittel der Liga. 

Was sind konkret momentan Ihre Hauptaufgaben? Und wie sind Ihre persönlichen Ziele bei der MTG?

20181124 MTG Handball Herren1 vs HSG WiWiDo 008Als Teammanager der Herren I bin ich verantwortlich dem Trainer eine schlagkräftige Truppe zur Verfügung zu stellen und ihm organisatorische Aufgaben abzunehmen. Zudem bin ich laufend im Austausch mit den Spielern. Im Herren Bereich wollen wir dieses Jahr mit dem Team 1b den Aufstieg in die Bezirksliga erreichen. Die Zweite Mannschaft soll als echter Unterbau fungieren, damit unsere Perspektivspieler und Spieler nach Verletzungen oder Ausfällen sich in einem sportlich ambitionierten Umfeld messen können.

Im Jugendbereich wollen wir weiter talentierte Spieler aus der Region für uns gewinnen, die sich bei der MTG weiter entwickeln möchten. Beispiele aus der Vergangenheit haben gezeigt, dass wenn ein Spieler Ambitionen auf eine Karriere im Handball-Sport hat, in der Region Allgäu-Bodensee-Oberschwaben kein Weg an der MTG vorbei führt. Hier würde ich die Arbeit gerne noch mit den Jugendtrainern intensivieren. Ebenso wollen wir im Jugendbereich weiter die Qualität des Jugendtrainings hoch halten. Wir haben momentan ein Trainer-Team das hervorragende Arbeit leistet. Dieses Niveau muss gehalten werden, um auch in Zukunft Handball auf hohem Niveau in Wangen zu sehen. Ich werde mich auch hier engagieren und es laufen schon viele Gespräche.

Mit dem ehemaligen Rumänischen Kader-Torhüter Petru Drenceanu konnten Sie den ersten Neuzugang für die MTG gewinnen. Was zeichnet ihr aus und was erwarten sie von dem Neuzugang?

Ich sag es mal so: Unsere Torhüter Sebastian Nerger und Adam Kucera ziehen den Alterschnitt etwas nach oben (schnmunzelt). Beide brauchen hin und wieder ihre Trainingsfreiräume. Zudem ist das Verletzungsrisiko bei beiden nicht unerheblich. Deshalb wollten wir auf der Position auch im Hinblick auf die Zukunft nach legen. Mit „Zola“ (Spitzname von Drenceanu) war ein sehr gut ausgebildeten, enorm erfahrenen und ehrgeizigen Torwart auf dem Markt. Aus gesundheitlichen Gründen musste er ab April eine Handball-Pause einlegen. Wir konnten ihn von der MTG als Traditionsverein mit guten Strukturen überzeugen. Und das, ohne dafür etwas zu zahlen. Er will in Wangen neue Freude am Handball-Sport finden. Ich denke, dass wenn er körperlich wieder top fit ist, kann er für die MTG ein wichtiger Rückhalt werden.

Ihre Hauptaufgabe ist die Kaderplanung. Welches Entwicklungspotential sehen Sie im aktuellen Kader und auf welchen Positionen sehen Sie noch Handlungsbedarf? Welche Rolle spielt hier auch die Jungend? Die MTG setzte in den letzten Jahren immer sehr stark auf den eigenen Nachwuchs. Was können wir hier erwarten?

Mein Ziel war, bis Ende Februar den gesamten Kader der Herren zu 95 % fix stehen zu haben. Hierzu fanden bereits in 2018 Gespräche mit den Perspektivspielern aus der A-Jugend, sowie allen Kaderspielern statt. Erfreulicherweise können wir bereits seit Mitte Januar vermerken, dass alle Perspektiv Spieler, sowie nahezu der gesamte Kader für mindestens ein weiteres Jahr zugesagt haben. Dies war uns wichtig, da wir dieses Jahr schon eine gute, langfristige Basis geschaffen haben. Und die Entwicklung der Spieler ist noch lang noch nicht abgeschlossen.  

Jedoch müssen wir den Kader in der Breite besser aufstellen. Das unterscheidet uns noch von den top Mannschaften der Württembergliga. Verletzungen sind leider an der Tagesordnung. Auch uns hat es mit Staudacher und Glatzel in der Vorrunde hart erwischt. Mit dem jetzigen Kader muss unser Rückraum oft 50 min und länger spielen. Dies zehrt an den Kräften und sorgt mittelfristig für einen enormen Leistungsabfall, sowohl im Spiel als auch im Training. Deshalb wollen wir insbesondere im Rückraum nachlegen.  Hierzu sind wir stetig in Kontakt mit interessanten Spielern. Immer wieder kommen die Jungs auch zu uns ins Probetraining. Wie gesagt, in Wangen gibt es monitär nichts zu verdienen. Umso wichtiger ist deshalb das Menschliche. Die Qualität und der Charakter müssen passen.

 Unsere Jugendspieler sind natürlich extrem im Fokus. Sie gilt es abzuholen, zu integrieren und Perspektiven zu bieten. Wir fordern dabei Ehrgeiz und Disziplin ein. Das klappt sehr gut, denn es gibt doch nichts Schöneres für einen Jugendspieler der MTG, als irgendwann in eine voll besetzte Hölle Süd einzulaufen und Tore für die MTG zu werfen. 

Wir haben langfristig viele tolle Spieler, die mit Sicherheit die Zukunft der MTG bedeuten. Wir wollen den Jungs und Mädchen weiterhin ein optimales Umfeld bieten um sich sportlich und menschlich weiter zu entwickeln. Dazu gehören sehr gute Jugendtrainer. Daran arbeiten wir und führen hier sowohl in den Verein als auch extern Gespräche. 

Was macht Ihre Aufgabe neue Spieler für die MTG zu gewinnen besonders schwer? Und andererseits: Was macht die MTG für einen jungen talentierten Spieler besonders attraktiv?

Leider gibt es viele Vereine, die es nicht schaffen eine erfolgreiche Jugendarbeit auf die Beine zu stellen. Somit müssen Sie um konkurrenzfähig zu bleiben Spieler verpflichten, die meistens dann auch ein Gehalt fordern. Das passiert so bereits in der Landesliga. Natürlich werden auch im Zusammenhang damit Ansprüche an uns gestellt. Die MTG geht in ihrer Philosophie einen klaren Weg keine Gehälter zu zahlen. Das macht es in Gesprächen nicht einfach. Hierzu sagte ich erst vor einer Woche zu einem potentiellen Neuzugang: “Wenn du des Geldes wegen Handball spielen willst, dann gibt es andere Adressen in der Region. Willst Du Dich weiter entwickeln und in einem tollen Umfeld Spaß am Handball haben, dann komm zu uns.“ Wir bieten viele andere Mehrwerte für unsere Spieler, und das auch langfristig. 

Was es für einen jungen, talentierten Spieler bedeutet bei der MTG zu spielen? Fragt bei unseren vielen jungen Spieler einfach nach, was es ausmacht Teil der MTG zu sein und warum sie trotz lukrativer Angebote schon viele Jahre in der „Hölle Süd“ auflaufen. Eine Antwort wird lauten: Weil es einfach ein genialer Verein ist. 

Vielen Dank für das interessante Interview. Wir wünschen Ihnen weiter viel Freude und Erfolg bei der Arbeit bei der MTG!

 

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