Akzeptable Niederlage für die Männer 1
Der TSB Schwäbisch Gmünd holte am Samstag verdient zwei Punkte in der Hölle Süd. Der MTG Wangen gelang es nicht, das Spiel am Ende noch zu drehen.
Der TSB Schwäbisch Gmünd bestätigte am Samstag seine Favoritenrolle bei der MTG Wangen in der vierten Liga. Vor ausverkaufter Kulisse war es dennoch ein packendes Spiel der Allgäuer Handballer gegen die drittplatzierten Jets aus Schwäbisch Gmünd. Zusammen mit den Spitzenreitern SG Köndringen/Teningen und der Reserve vom TV Bittenfeld hat sich der TSB erfolgreich an der Tabellenspitze etabliert und behält die Chance auf einen Aufstiegsplatz.
Gute zweite Halbzeit der MTG Wangen
30:34 (14:20) lautete das Endergebnis nach 60 Minuten aus Wangens Sicht. Für MTG-Coach Tobias Müller war das zwar enttäuschend, aber kein Beinbruch, denn das Motto vor der Begegnung hieß: „Wenn sie uns schlagen, schlagen sie uns, weil sie handballerisch besser sind und nicht, weil wir schlecht spielen.“ Das hat sich vor allem in Hälfte zwei für Wangens Trainer erfüllt. „In der ersten Halbzeit leider nicht über 30 Minuten“ bedauerte er dagegen, denn „dann geht das Spiel halt ruckzuck weg.“
Der TSB eröffnete die Begegnung schlagkräftig und gab den Takt an. Wangen zog bis zur 20. Minute mit, als eine Zeitstrafe für Leopold Plieninger beim 9:9-Stand für Irritation sorgte. „Wir machen dann ein paar technische Fehler und ein paar Fehlwürfe zu viel. Wir verlieren hinten zu viele Eins-gegen-eins-Kämpfe und kassieren zu viele freie Bälle“, bilanzierte Simon Natterer, der von TSB-Trainer Aaron Fröhlich mit fünf Treffern von Rechtsaußen zum Player of the Match gekürt wurde.
Zu viele leichte Tore für die Gäste
Allein vier Gegentore kassierte Wangen in dieser Unterzahl. Darunter zwei einfache Gegenstöße ins leere Tor. Keeper Lukas Hölle machte einem sechsten Feldspieler Platz. Bis zur Pause erhöhte sich der Rückstand Wangens auf 14:20.
Nach dem Seitenwechsel nahm die MTG die Herausforderung an. Trotz hoher Hypothek war es Aaron Mayers siebter Treffer, der die MTG Wangen mit 24:27 (52.) wieder in Schlagdistanz brachte. Der Lucky Punch blieb für die Gastgeber jedoch aus. Kapitän Robin Straub nannte auch seine schlechte Wurfquote als Ursache: „Von mir waren es zwei komplett freie Würfe, die nicht reingingen, Eli und Simon haben zwei verworfen, der Kreis hat einen verworfen und Aaron war ohne Fahrkarte. Das war in Summe einfach zu viel. Schwäbisch Gmünd hat ihre Gegenstöße und freien Würfe reingemacht. Deshalb sind sie zu Recht auf Platz drei und wir eben nicht.“
Trotz Eigenkritik blieb es unterm Strich eine gewonnene zweite Halbzeit, bei der für Müller „viel Positives dabei war. Unser Tempospiel war gut. Wir haben hochprozentige, richtige Entscheidungen getroffen. Wir hatten die Torschützen schön verteilt. Auch von den Jungs auf der Bank war viel Gutes dabei und das nehmen wir mit zu unserem nächsten Auswärtsspiel am Sonntag.“
Robin Straub auf Abschiedstour
Die Niederlage zu Hause war für die heimstarken Aufsteiger aus dem Allgäu (Platz 12) nicht befriedigend, aber annehmbar. „Klar tut so eine Niederlage weh, wenn man weiß, dass in den letzten zehn Minuten mehr drin gewesen wäre“, meinte Natterer, „aber alles in allem, kann man stolz auf die kämpferische Leistung der Mannschaft sein. Wir gewinnen die zweite Halbzeit mit zwei Toren gegen den Tabellendritten, der immer noch Aufstiegschancen hat.“
Für den 31-jährigen Robin Straub beginnt nun die Abschiedstournee in den letzten fünf verbleibenden Spielen. An das Ende mag er noch nicht denken: „Das wird tatsächlich schwierig. Jetzt hänge ich noch in der Blase mit den ganzen Jungs, aber das ist dann vorbei. Ich habe es bereits erlebt, als ich den zweiten Kreuzbandriss hatte. Das wird schlimm, aber ich wollte nicht wegen einer Verletzung aufhören, sondern das Ende selbst entscheiden. Da muss ich jetzt wohl durch.“
Für die MTG Wangen spielten: Hölle, Hommel (beide im Tor); Fischer (2 Tore), Natterer (5), Pentzlin (2), Preuschl (2), Vonier, Mücke, E. Mayer, Straub (1), Sellschopp (3), A. Mayer (9, 3 Siebenmeter/3 Tore), Kuhnt (2), Plieninger (3), Gapp (1).
Bericht: Susanne Backmeister (Schwäbische Zeitung)