Handball-Krimi in Weinsberg
Die MTG Wangen feiert ihren ersten Auswärtssieg in der Rückrunde. Ein Lattenwurf von Weinsberg besiegelt in letzter Sekunde den knappen Sieg in der Handball-Regionalliga.
„Das war ein Ritt auf der Rasierklinge“, sagte MTG-Trainer Tobias Müller nach dem Spiel gegen den TSV Weinsberg am Samstag in der Regionalliga. Mit 33:32 (16:16) belohnten sich Wangens Handballer, laut Müller nach „einem unermüdlichen Einsatz von allen Spielern auf dem Feld, gepaart mit der gehörigen Portion Entschlossenheit.“ Vor allem die letzten drei Minuten hatten es in sich.
Partie auf Augenhöhe
Nach dem insgesamt 23. Ausgleich der Partie ging Wangen durch die Treffer von Elias Preuschl und Robin Straub mit 33:31 in Front, als nur noch eine gute Minute Spielzeit auf der Uhr stand. Weinsbergs Spielmacher und Torschützenkönig Alen Hadzimuhamedovic verkürzte per Siebenmeter und Wangen ersetzte Keeper Lukas Hölle nach der Zeitstrafe für Elia Mayer durch einen sechsten Feldspieler. „Wir holen einen Freiwurf raus. Aaron Mayer versucht Moritz Sellschopp anzuspielen, der frei stand, aber Weinsberg fängt den Pass ab und läuft einen Gegenstoß. Tim Titzmann wirft das Ding dann drei Sekunden vor Schluss an die Latte. Das war mehr Glück als Verstand“, berichtete Müller, der das Happy End für Wangen aber auch „der wirklich couragierten Leistung“ seines Teams zusprach, und der „die mega Abwehrleistung und die sehr ordentliche Torhüterleistung von Lukas Hölle, insbesondere in der ersten Halbzeit“ lobte.
Über 60 Minuten war es ein Spiel auf Augenhöhe in der Weibertreuhalle, in dem sich keine Mannschaft absetzen konnte. Die einzige Ausnahme war eine Drei-Tore-Führung durch die MTG (28.). „Wir verwerfen aber auch zwei komplett freie Bälle, die direkt bestraft wurden. Das war gefühlt wie ein Nackenschlag“, meinte Müller zum Pausenremis, „aber als wir dann aus der Kabine kamen, haben wir uns nicht beeindrucken lassen. Das war richtig reif, muss ich sagen.“
"Wangener Weg" greift
Das intensive Training wurde jetzt auch in Weinsberg belohnt. Der Wangener Weg, mit Eigengewächsen in der Regionalliga bestehen zu wollen, bestätigte sich gegen den Tabellenzehnten. „Die Jungs reifen von Woche zu Woche und werden immer erwachsener“, freute sich der MTG-Coach. Vor allem die jungen Spieler wie Luis Gapp, Marius Mücke und Manuel Kuhnt, aber auch Fabian Pentzlin „haben ihre Rolle gefunden im Team. Das nimmt mir auch die Bauchschmerzen beim Wechseln.“
Nach zwei Siegen in Folge war der Jubel am Samstag entsprechend groß, und der TSV Weinsberg hatte auch in der Rückrunde das Nachsehen, wobei Müller einräumte, dass „wir uns nicht beschweren dürften, wenn es anders ausgegangen wäre.“
Lob für die Schiedsrichter
Sonderlob gab es vom MTG-Coach für die jungen Schiedsrichter Oliver Muttach (TuS Ringsheim) und Nick Schillinger (SG Köndringen/Teningen): „Bei so einem engen Spiel muss man erstmal einen kühlen Kopf bewahren. Sie hatten eine klare Linie und haben es souverän gestaltet.“
Nun gilt es, so viel wie möglich aus dem Spiel mitzunehmen, denn nach dem nächsten Heimspiel gegen den TSB Schwäbisch Gmünd am kommenden Samstag (20 Uhr) folgen die „Big-Point-Spiele“ für Müller, der „in den letzten Tagen nicht Gefahr laufen will, da zu sein, wo wir nicht hingehören.“
Für die MTG Wangen spielten: Hölle, Kuhn (beide Tor), Fischer, Natterer (1 Tor), Pentzlin (3), Preuschl (3), Schuster (1), Hindelang (1), Mücke, E. Mayer (4), Straub (4), Sellschopp (3), A. Mayer (7, 4 Siebenmeter/4 Tore), Kuhnt, Plieninger (6), Gapp.
Bericht:
Susanne Backmeister - Schwäbische Zeitung