Befreiungsschlag der Männer 1
Im Kellerduell der Regionalliga gegen den TSV Blaustein holen Wangens Handballer ihre ersten beiden Punkte in diesem Jahr.
Spannend war es am Samstag vor voller Kulisse in der Argenhalle, sehr spannend. Die MTG Wangen behielt am Ende ihre ersten zwei Punkte in der Rückrunde der Handball-Regionalliga. Beim 34:33 (15:18) musste dieses Mal der TSV Blaustein in den sauren Apfel beißen, der bis zum Remis (30:30) in der 54. Minute Wangen erfolgreich auf bis zu drei Tore Distanz hielt.
Wangen begleicht die offene Rechnung
Mit wilder Entschlossenheit, die an den Gesichtern abzulesen war, drehte das Team von Trainer Tobias Müller in der entscheidenden Phase das Spiel. Ein erfolgreiches Ende für Wangen, das sich lange nicht abzeichnete. Im Oktober hatten die Allgäuer in der Lixsporthalle das Nachsehen, als Blaustein das Blatt wendete und die bis dahin führende MTG ohne Punkte nach Hause schickte.
Diese Rechnung wurde am Samstag beglichen, und Elia Mayer bewies in den letzten fünf Minuten Nerven aus Drahtseil. Nach dem Führungstreffer durch Bruder Aaron Mayer, legte er mit zwei Toren in Folge nach und Wangens Chance auf einen Sieg stieg zum ersten Mal (33:31), als nur noch knappe zwei Minuten auf der Uhr standen. Blaustein kämpfte und Tobias Bauchs Anschlusstreffer brachte den TSV wieder näher, als Wangen eine Zweiminutenstrafe für Nils Hindelang kassierte. Die Unterzahl der Allgäuer nutzte Nikola Potic mit seinem Wurf ins leere Wangener Tor zum 33:33, und es blieben nur noch 45 Sekunden bis zur Schlusssirene. Ein Foul von Potic an Leopold Plieninger bescherte Wangen einen Siebenmeter, den Elia Mayer eiskalt verwandelte. Ein verfehlter Freiwurf für Blaustein beendete anschließend das Duell.
Abwehr hält die MTG lange im Spiel
„Beim Hinspiel haben wir lange geführt, bis uns hinten raus die Kraft ausging. Heute war es andersherum. So eine Halle beflügelt einfach in den letzten fünf Minuten, und da schaut man darüber hinweg, dass man eigentlich gar nicht mehr kann. Das hatte einen großen Anteil, dass wir es geschafft haben, das Spiel noch zu drehen“, freute sich Elia Mayer, der zusammen mit Bruder Aaron die Liste der erfolgreichsten Torschützen anführte.
Die stabile Abwehr hielt die Allgäuer am Samstag trotz Rückstands über lange Zeit im Spiel, aber Müller vermisste vor allem in der ersten Hälfte die Überzeugung und die Entschlossenheit bei seiner Mannschaft. Seine Ansage zur Pause fiel dementsprechend aus: „Es war klar, dass wir das für die zweite Hälfte ablegen müssen, um zu gewinnen.“ Wangens Coach fand unmissverständliche Worte und legte sinngemäß jedem, der Angst habe, nahe, in der Kabine zu bleiben. Um doch noch zu punkten, fokussierte er seine Jungs mit Erfolg darauf, „nicht aufzuhören, mit Tempo nach vorne zu laufen, auch wenn wir schier zusammenklappen.“
Blausteins Trainer Hagen Gunzenhauser trug die knappe Niederlage im anschließenden Halleninterview mit Humor: „Dann müssen wir jetzt halt nächste Woche gegen die SG Köndrigen/Teningen gewinnen.“ Ein Sieg Blausteins gegen den bisher ungeschlagenen Spitzenreiter wäre eine absolute Sensation.
Heimvorteil spielt große Rolle
Große Anerkennung bekam Aaron Mayer von Blausteins Trainer: „Aaron Mayer hat uns so hingestellt, wie er es haben wollte, um seine Mitspieler in Szene zu bringen. Das wussten wir und wollten es unbedingt verhindern, aber da waren die Kräfte schon per se.“ Für das „Quäntchen mehr bei Wangen“ machte auch er die „tolle Atmosphäre“ in der Halle verantwortlich, die „Wangen am Ende ordentlich gepuscht hat.“
Es war am Samstag für die MTG auch ein wichtiger Sieg für die Moral nach fünf Niederlagen in diesem Jahr, aber Müller hob dennoch mahnend den Zeigefinger, weil „die wichtigen Spiele jetzt kommen. Wir haben jetzt den gleichen Stand, wie in der Hinrunde, als wir 2:10 Punkte hatten.“
Für die MTG Wangen spielten: Hommel, Jaeschke, Hölle (alle Tor); Fischer, Natterer, Pentzlin, Preuschl (5), Vonier, Hindelang (2), E. Mayer (8, 3 Siebenmeter/3 Tore), Straub (2), A. Mayer (12, 4/3), Kuhnt, Plieninger (5), Gapp.
Bericht: Susanne Backmeister (Schwäbische Zeitung)