Die erste Halbzeit kostet Wangen einen möglichen Sieg

Die HSG Albstadt verzieh nichts und holte die nächsten zwei Punkte gegen die Allgäuer. Lichtblicke gab es für MTG-Trainer Tobias Müller in der zweiten Halbzeit.

Die Rechnung blieb für Wangens Handballer am Samstag in der Regionalliga gegen Mitaufsteiger HSG Albstadt zum wiederholten Mal offen. Der Tabellenfünfte behauptete sich in einem temporeichen Spiel erneut souverän in seinem Wohnzimmer, der Mazmann-Halle, mit 36:31 (20:13). „Ich sehe dieses Spiel total getrennt in zwei Halbzeiten“, sagte MTG-Trainer Tobias Müller. „Ich bin stolz auf die Reaktion der Mannschaft in Hälfte zwei. Wie wir dann zurückkommen und uns ins Spiel zurückgearbeitet haben. Wie wir den Kampf angenommen haben und es geschafft haben, uns ranzutasten.“

Aus einem Rückstand von bis zu acht Toren arbeitete sich das MTG-Team bis zur 52. Minute wieder auf drei Tore an die Gastgeber heran. „Ohne aber den Punch zu haben“, meinte Müller, denn dafür „war Albstadt einfach zu gut.“

Die Jungs nehmen sich zu viel vor und wollen es zu gut machen und hemmen und blockieren sich damit selber.

MTG-Trainer Tobias Müller

Obwohl die zwei Punkte nicht auf Müllers Liste standen, hatte sich sein Team gegen Albstadt viel vorgenommen. „Vielleicht zu viel“, meinte der MTG-Coach. Im Gespräch mit der „Schwäbischen Zeitung“ gab es vorab schon Vorschusslorbeeren von HSG-Trainer Andreas Wendel: „Wenn sie die Emotionen mit auf die Platte bekommen, können sie jede Mannschaft schlagen oder zumindest ärgern und herausfordern.“

Das ist der MTG in den ersten 30 Minuten am Samstag allerdings nicht gelungen. „Es ist kein Geheimnis, dass wir auswärts dieses Jahr nicht so die Performance liefern“, bekannte Elias Mayer vor dem Spiel und Wangens Trainer hat dafür auch eine Erklärung: „Die Jungs nehmen sich zu viel vor und wollen es zu gut machen und hemmen und blockieren sich damit selber. Wir haben es in Halbzeit eins nicht auf die Platte gebracht.“

Frühe Auszeit zeigt nur wenig Wirkung

Bereits nach fünf Minuten zog Müller die Timeout-Karte, „weil ich das Gefühl hatte, es muss dringend nachjustiert werden. Das hat dann bedingt funktioniert.“ Nach dem 1:5-Rückstand in der sechsten Minute fand Wangen zwar besser ins Spiel, ließ aber nach der Aufholjagd zum 8:9 (16.) den Faden wieder abreißen. „Wir hatten einfach zu viele Spieler, die ihre Leistung nicht abrufen konnten. Die Chancenverwertung war unterirdisch. Albstadt ist eine richtig gute und abgezockte Truppe, die das dann ausnutzt“, bedauerte Müller und der „Negativstrudel“ führte bei den Allgäuern zu einem Rückstand von sieben Toren beim Gang in die Kabine.

Ich drücke ihnen auf jeden Fall die Daumen, dass sie nicht absteigen.

HSG-Trainer Andreas Wendel

Obwohl die Hypothek hoch war, trat Wangen nach dem Seitenwechsel stärker auf und Müller war mit der Leistung seiner Jungs wieder einverstanden: „Sie haben das gemacht, was sie können. Kämpfen und arbeiten und vor allem in der Deckung die Leistung zu erbringen.“ Lob bekam auch Torwart Lukas Hölle von ihm, „der in den letzten 20 Minuten dazu beigetragen hat, dass die Arbeit in der Abwehr Rückendeckung hatte“.

„Die Spiele gegen Wangen sind einfach immer mega geil“, sagte der Albstädter Trainer Andreas Wendel nach dem vierten Sieg seiner Mannschaft in Folge. „Ich drücke ihnen auf jeden Fall die Daumen, dass sie nicht absteigen.“

Große Anerkennung bei Wangens Trainer fand am Samstag nicht nur die gute Handballatmosphäre in der Mazmann-Halle mit vielen Wangener Fans, sondern auch die jungen Schiedsrichter aus dem Stuttgarter Raum: Armin Frasch und Andreas Röhler. „Sie waren sensationell gut. Sie haben mit Fingerspitzengefühl eine mega souveräne und positive Leistung gezeigt und waren die angenehmsten Unparteiischen in dieser Saison.“

Am kommenden Faschingswochenende pausiert der Spielbetrieb auch in Wangen, aber nicht das Training. Nur am Rosenmontag bleibt die Argenhalle leer, bevor dann wieder im normalen Turnus die Vorbereitungen auf das nächste Heimspiel am 8. März (20 Uhr) gegen den oberen Tabellennachbarn der HSG Albstadt, den VfL Waiblingen, in der Hölle Süd angesagt ist.

Für die MTG spielten: Hölle, Jaeschke (beide Tor); Fischer (3 Tore), Natterer, Pentzlin, Preuschl (1), Gapp (1), Hindelang (5), Mücke (2), E. Mayer (3), Straub, Schuster (2), A. Mayer (12, 4 Siebenmeter/ 4 Tore), Kuhnt (2), Plieninger.

Bericht: Susanne Backmeister (Schwäbische Zeitung)

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